Rückenschmerzen beim Pferd: Ursachen, Behandlung und Therapie

Rückenschmerzen scheinen bei Pferden immer mehr zuzunehmen. Ob dies tatsächlich so ist oder heute nur mehr diskutiert wird als früher, scheint offen. Dennoch sind Worte wie "Trageschwäche", "Kissing Spines" und Rückenverspannungen in aller Reiter-Ohren. Natürlich wissen wir, dass der Pferderücken eine Art "Schwebebrückenkonstruktion" ist, die eigentlich nicht dazu gedacht ist, das Reitergewicht zu tragen. Wenn wir dies dennoch wünschen, sollten wir uns schnell mit den Ursachen und den Behandlungsmöglichkeiten von Rückenschmerzen beschäftigen, damit nicht nur wir sondern auch unser Pferd noch lange Spaß hat an der gemeinsamen Bewegung.

Wie erkenne ich, dass mein Pferd Rückenschmerzen hat?

Rückenschmerzen sind zum Beispiel an einer Veränderung des Gangbildes zu erkennen. Manche Reiter beschreiben das Pferd als "steif". Manchmal treten auch unspezifische Lahmheiten auf. Die Bewegung kann an Schwung und Raumgriff verlieren. Aber auch Taktfehler sind möglich.

Weiterhin lässt ein Abtasten des Rückens meist sehr gut auf Rückenschmerzen schließen. Lassen Sie sich von einem Tierarzt, einem Osteopathen oder Pferdephysiotherapeuten zeigen, wie das geht. Das Abtasten des Rückens sollte jeder Reiter in seine täglichen Routinen mit einbeziehen. So lassen sich Probleme sehr frühzeitig erkennen und behandeln, bzw. Sie können ganz schnell gegensteuern. Auf diese Art und Weise kann es nicht geschehen, dass Pferde lange Zeit mit einem falsch sitzenden Sattel geritten werden, oder dass eine Trageschwäche oder Kissing Spines erst zu spät bemerkt werden.

Ein Pferd mit Rückenschmerzen zeigt möglicherweise auch typische Schmerzsymptome wie hochgezogene Nüstern (Falten über den Nüstern), in sich gekehrter Blick, zusammengepresste Kiefer, Sorgenfalten über den Augen, Anspannung, weniger Appetit, Abwesenheit, Veränderungen im Verhalten usw.

Weiterhin können folgende Symptome einen Hinweis zum Beispiel auf Kissing Spine geben:

  • eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
  • Abbau der Rückenmuskeln
  • Aggressionsverhalten beim Aufsteigen, Putzen, Satteln und Reiten (Bocken, Steigen)
  • Extremes Aufwölben oder Wegdrücken des Rückens beim Beginn des Reitens
  • Schweifschlagen, Schweif schief tragen
  • Gehen auf zwei Hufschlägen, schiefe Bewegungen
  • Probleme beim Angaloppieren oder umspringen

Grundsätzlich sind Pferde, die beim Reiten den Rücken wegdrücken und mit sehr hoher Kopfhaltung laufen, prädestiniert dazu, Rückenprobleme zu bekommen. Hier ist unbedingt mit einem entsprechenden Training unter professioneller Anleitung gegen zu wirken.

Diagnose von Rückenerkrankungen

Ihr Tierarzt wird wahrscheinlich sowohl eine Bewegungsanalyse machen als auch den Rücken abtasten. Zusätzlich ist eine diagnostische Anästhesie möglich. Hierzu wird dem Pferd in einen lokal abgegrenzten Bereich ein schmerzausschaltendes Mittel gespritzt. Im Anschluß wird noch einmal die Bewegung überprüft. Deutliche Verbesserungen im Gangbild lassen in der Folge auf eine Ursache in diesem Bereich schließen.

Möglicherweise wird er auch Beugeproben u.ä. hinzuziehen, wenn er den Verdacht hat, dass die Ursache eher in den Gliedmaßen zu finden ist. Weiterhin kann er den Rücken röntgen und auch einen Ultraschall machen. Möglicherweise schlägt er sogar eine Szintigraphie vor.

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Ursache von Rückenschmerzen bei Pferden

Die Ursache der Rückenschmerzen zu ermitteln ist sehr wichtig, damit Sie dem Pferd mit passender Behandlung schnell helfen können und keine dauerhaften Schäden entstehen. Sie sollten bei Rückenschmerzen also unbedingt sowohl einen Tierarzt als auch einen Osteopathen bzw. Jemanden, der auch etwas von Biodynamik versteht, hinzuziehen. Auch ein TCM-Experte macht später Sinn, da Reaktionen auf bestimmte Akupunkturpunkte zusätzlich Aufschluss über systemische Ursachen geben können.

Generell ist es so, dass sich Rückenbeschwerden bei allen Pferderassen und in den unterschiedlichen Arten der "Nutzung" finden. Die Ursache von Rückenschmerzen kann am Satteldruck, Reiter- und Ausbildungsfehlern, fehlenden Dehnungen oder Aufwölbung des Rückens sowie Gliedmaßenerkrankungen liegen (laut Michael Nowak 2006, in Handbuch Pferdepraxis S. 823). Aber auch eine zu schwach oder falsch ausgebildete Muskulatur kann Rückenprobleme machen und langfristig sogar zu Wirbelsäulenbeschwerden führen (Stichwort Trageschwäche). Ebenso können Wirbelveränderungen wie"Kissing Spines" Ursache für starke Rückenschmerzen sein.

Um dem Pferd so viel Schmerz wie möglich zu ersparen und vor allem das Problem durch anhaltende Belastung zu verstärken, ist es sehr wichtig, so schnell wie möglich mit den entsprechenden Experten zusammen die Ursache(n) zu finden.

Ursache für Rückenschmerzen beim Pferd kann neben einem schlecht sitzenden Sattel oder Reiter auch ein Rückenproblem des Reiters sein. Es ist darum immer ratsam, wenn sich parallel auch der Reiter einem Orthopäden und einem Osteopathen vorstellt und an seinen eigenen Rückenbeschwerden arbeitet. Umgekehrt werden die Rückenbeschwerden des Pferdes auch oft zu denen des Reiters. Da es diese enge Verbindung zwischen Reiter und Pferd gibt, sind beide nie getrennt sondern immer als Einheit zu betrachten und auch zu behandeln.

Behandlung von Rückenschmerzen

Je nachdem, um welche Ursache es sich handelt, bietet die konventionelle Medizin folgende Möglichkeiten:

  • Systemische und/oder lokale Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten
  • Mesotherapie (in die Haut spritzen von Medikamenten wie z.B. Traumeel oder Heparin)
  • entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Salben
  • Muskelaufbau (Training und gezielte Fütterung)
  • Chirurgische Eingriffe
  • und einige mehr

 

Darüber hinaus sind folgende Therapiemethoden möglich:

  • osteopathische Behandlung
  • Physiotherapie / therapeutisches Training
  • pulsierendes Magnetfeld
  • Massagen
  • Wärmetherapie (Infrarot, Auflagen, Keramiktextilien)
  • Stosswellentherapie
  • Elektrostimulationstherapie
  • Pflanzenheilkunde zur Entzündungshemmung & Muskelentspannung
  • Akupunktur
  • Änderung von Haltung & Fütterung
  • und viele mehr

Quellen / verwendete Literatur

  • Dietz, Olof (Hrsg.) und Huskamp, Bernhard (Hrsg.) (2006): Handbuch Pferdepraxis. 3., erweiterte und aktualisierte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag.
  • Eigene Erfahrungen, Erfahrungen anderer Pferdehalter

Haftungsausschluss

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit und repräsentiert nur die der Autoren zum Zeitpunkt des Verfassens bekannten Methoden, Vermutungen und Fakten, und entbindet den Tierhalter weder von seiner Verantwortung seinem Tier gegenüber noch von seiner Pflicht, bei einem Veterinärmediziner vorstellig zu werden und sich eine Fachmeinung einzuholen. Wir übernehmen keinerlei Haftung.

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