Spat beim Pferd: Ursachen, Behandlung und Fütterung

Für viele Pferdebesitzer ist die Diagnose „Spat“ eine Katastrophe und sie befürchten sofort die Unreitbarkeit oder gar den frühen Tot ihres Pferdes. Doch das muss nicht sein. Denn Kräuter und andere Helfer können auch bei Spat große Dienste leisten. In diesem Artikel können Sie einen Überblick über die Krankheit „Spat“ und ihre Behandlungsmethoden bekommen. Denn für Pferdefreunde gibt es noch viele Möglichkeiten dem Spat-Pferd zu helfen. Lassen Sie sich jedoch immer von einem für Pferde kompetenten Tierarzt beraten und bleiben Sie allzeit kritisch. Die veterinärmedizinische Fachmeinung und Beurteilung können und wollen wir nicht ersetzen!

Was ist Spat eigentlich

Spat ist eine chronische, lokale und degenerative Arthrose (also eine lange andauernde, örtlich begrenzte und rückbildende Gelenksabnutzung) des Sprunggelenks und eine der häufigsten Lahmheitsursachen des Pferdes. Im weiteren Verlauf entsteht eine Knochenauftreibung an der Innenseite des Sprunggelenks.

Ursachen von Spat beim Pferd

Verantwortlich für die Entstehung von Spat ist meist eine unnatürliche und einseitige Belastung des Sprunggelenks, welche durch eine einseitig belastende Gangart oder Stellung der Beine ausgelöst wird. Eine solche Fehlstellung ist zum Beispiel die „kuhhessige“ Fehlstellung: steht ein Pferd „kuhhessig“, dann sind die Zehen beider Beine einander abgewandt und die Ballen einander zugewandt, so dass zwischen den Hufen ein Winkel von etwa 90 Grad gebildet wird. Aber auch andere Fehlstellungen wie die säbelbeinige, die fassbeinige und die rückständige können zu Spat führen (vgl. Dietz/Rijkenhuizen 2006, in Handbuch Pferdepraxis S. 902). Eine genetische Veranlagung wird bezweifelt. Es scheint sich also nicht der Spat an sich zu vererben. Dennoch vererbt sich in vielen Fällen die Fehlstellung der Gliedmaßen, welche zu Spat führen kann. Es ist also nicht ratsam, mit einem Spat-Pferd zu züchten. Auch eine nicht ausreichende oder falsche Versorgung mit Mineralstoffen, wird als Ursache für Spat vermutet.

Hinweise auf Spat

Viele Pferde mit Spat gehen irgendwann lahm, da die Belastung des geschädigten Sprunggelenks Schmerzen bereitet. Charakteristisch ist bei der Spat-Lahmheit, dass sich viele Pferde nach einiger Zeit einlaufen – die Lahmheit bessert sich also bei fortgesetzter, schonender Bewegung. Besonders typisch für Spat ist eine Verdickung im unteren Bereich der Innenseite des Sprunggelenks (Spatexostose). Allerdings ist diese Verdickung auch bei älteren Pferden ohne Spat anzutreffen. Außerdem können Verspannungen des Rückens, ein Wegbrechen der Hinterhand, häufiges Entlasten im Stand und die eben beschriebene Fehlstellung einen Hinweis auf Spat sein.

Diagnose von Spat beim Pferd

Der Tierarzt wird bei einem Verdacht auf Spat eine Lahmheitsuntersuchung mit Beugeprobe machen. An Spat erkrankte Pferde gehen sowohl nach der Beugeprobe als auch in engen Wendungen besonders lahm. Es folgt eine Röntgenuntersuchung, die allerdings erst dann einen relativ sicheren Befund liefern kann, wenn bereits Veränderungen der Knochenstrukturen oder der Gelenkspalte vorhanden sind. Doch auch diese sind noch kein Beweis. Der Tierarzt stellt die Diagnose durch das Gesamtbild, das er sich gemacht hat.

Die schulmedizinische Therapie von Spat

Eine Therapie im Sinne einer Heilung des Spats ist nicht möglich. Insofern kommt der Veterinärmedizin nur die Aufgabe zu, den Schmerz und etwaige Entzündungen zu beseitigen. Dies wird entweder durch Maßnahmen versucht, die den Verknöcherungsprozess beschleunigen (ist das Gelenk erst einmal verknöchert, ist meist auch der Schmerz weg). Durch einen Nerven- oder Sehnenschnitt oder durch die Behandlung mit Schmerzmitteln. Geringgradige Lahmheiten junger Pferde mit Spat können allerdings eventuell durch einen orthopädischen Hufbeschlag therapiert werden. Überhaupt kommt dem Hufbeschlag bei Spat eine besondere Bedeutung zu, denn dieser kann dem Pferd eine Gangart ermöglichen, welche das Sprunggelenk so wenig wie möglich reizt (z.B. durch eine schwebende Zehe, welche das Abrollen erleichtert.) Bei starkem Umbau der Knochen wird auch Tiludronate (ein Biphophonat) ins Gelenk injiziert, welches den knochenabbauenden Prozess hemmt.

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Phytotherapie bei Spat: Therapie mit Pflanzen

Manche Pflanzen bzw. Kräuter haben erstaunliche Fähigkeiten, welche zur Bekämpfung des Spats genutzt werden können. Hier eine Übersicht, über all die vielen tollen Helfer.

Neuseeländische Grünlippmuschel

Diese spezielle Grünlippmuschel enthält Glucosamin, welches dem Knorpelabbau bei Spat nicht nur entgegen wirkt, sondern den Wiederaufbau des Knorpels sogar fördert. Wichtig hierbei: es darf nicht irgendeine Grünlippmuschel sein und es muss ein Muschelkonzentrat sein, damit diese auch wirksam ist. Darum ist die echte Grünlippmuschel mit den tollen Eigenschaften auch entsprechend teuer. Dies kann Ihnen einen guten Hinweis darauf geben, ob das Spat-Präparat mit Grünlippmuschel, das sie kaufen wollen, etwas taugt oder nicht: Ist das Produkt verdächtig günstig, ist selbst dieser kleine Preis rausgeworfenes Geld.

Kieselerde, Ackerschachtelhalm & Co.

Kieselerde enthält Silicium (Kieselsäure), welche die Bildung von Kollagen unterstützt. Darum kann Kieselerde benutzt werden, um dem Knorpelabbau bei Spat etwas entgegen zu setzen. Allerdings soll hier auch nicht unerwähnt bleiben, dass die bisherigen Erfahrungen mit Kieselerde bei Spat eher unauffällig waren (dies soll aber kein Pauschalurteil darstellen.) Kieselsäure enthalten aber auch viele Pflanzen wie Ackerschachtelhalm, Brennnessel und Spitzwegerich. Da Pferde Pflanzen besser aufnehmen können, stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller ist mit diesen anstatt mit Kieselerde zu arbeiten.

Sanddorn & Hagebutten 

Sowohl die Früchte des Sanddorns auch als die der „gemeinen Hundsrose“ enthalten reichlich Vitamin C. In jüngster Vergangenheit wurde festgestellt, dass hochdosierte Vitamin C Gaben zu einer Reduktion von Schwellungen, Schmerzen und Entzündungen beitragen können. Was nicht heißt, dass dies durch ein synthetisch hergestelltes Vitamin-C-Präparat geschehen sollte: Denn synthetische Vitamine werden erstens vom Körper nicht so gut aufgenommen wie natürliche und zweitens ist eine mögliche Belastung des Stoffwechsels durch die darin enthaltenen Zusatzstoffe bei Spat eher kontraproduktiv, weil Stoffwechselschlacke aus naturheilkundlicher Sicht im Organismus zu einer Verschlechterung der Spat-Symptomatik beitragen können.

Brennnessel

Die Brennnessel kann etwas, was kaum ein anderer Stoff vermag: Sie kann auf früherer Stufe in das Spat-Geschehen eingreifen als die meisten anderen. Denn die Brennnessel hemmt die Botenstoffe, welche für den Abbau des Knorpels und die Bildung von Entzündungen verantwortlich sind (Zytokine). Daraus folgt meist eine erhebliche Schmerzminderung und Verbesserung der Beweglichkeit (durch Studien belegt). Je früher der Spat also bemerkt und je früher mit Brennnessel gearbeitet wird, desto größer die Chancen. Doch selbst im späten Stadium kann die Brennnessel für das Spat-Pferd noch wohltuend sein. Außerdem sorgt Brennnessel für eine Ausleitung von Giften und Stoffwechselschlacken aus dem Organismus (über die Nieren und die Haut). Allein das bringt den meisten Pferden nach eigener Erfahrung zumindest für eine gewisse Zeit eine große Erleichterung, welche sich auch im Gangbild bemerkbar macht.

Teufelskralle, Weide, Weihrauch, Chili, Ingwer, Yucca & Co

Die Teufelskralle soll entzündungshemmend und schmerzlindernd sein (ändert aber nichts an der Ursache). Sie wird oft in Spat-Präparaten verwendet, hat aber einen Haken: Bei magenempfindlichen Pferden kann es zu Magenproblemen kommen. Darum ist die Teufelskralle nicht für jedes an Spat erkrankte Pferd die beste Wahl.
Die Rinde der Weide hat einen in der heutigen Welt oft benutzten Inhaltstoff: Salizin. Salizin ist das natürlich vorkommende Pendant zur künstlich hergestellten Acetylsalicylsäure (ASS), welche in „Aspirin“ enthalten ist. Die Benutzung der Weidenrinde als schmerzlinderndes, entzündungshemmendes und fiebersenkendes Mittel wurde nach Beginn des Aspirin-Siegeszuges eingestellt und vergessen. Dabei hatte die Weidenrinde gegenüber dem Medikament einen deutlichen Vorteil: sie ist sehr gut verträglich und hat kaum Nebenwirkungen. Einen Haken hat die Weidenrinde in Bezug auf die Spat-Problematik des Pferdes jedoch: Was bei Menschen und Hunden großartig funktioniert, hält bei Pferden nur 1 Stunde – denn Pferde verstoffwechseln Salicylsäure viel schneller als wir Menschen. Medizinisch gesehen ist es somit kaum möglich, einen wirksamen Blutspiegel aufzubauen. Dennoch haben bisherige Beobachtungen auf einer Pferdeweide gezeigt, dass sich Pferde vermehrt an einem Weidenbaum bedienten, als eine Grippewelle die Herde im Griff hatte. Heißt das vielleicht, dass Weidenrinde den Pferden bei einer Erkältung durchaus hilfreich sein kann, aber nicht bei Spat? Welche Schlüsse Sie daraus ziehen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Studien bescheinigen dem Weihrauch (oder auch Gummiharz) eine ausgeprägt entzündungshemmende Eigenschaft. Als Entzündungshemmer ist Weihrauch sicher eines der besten pflanzlichen Mittel in den entzündlichen Phasen des Spats (kann aber in das eigentliche Krankheitsgeschehen nicht eingreifen). Leider ist es auch ein besonders magenreizendes. Also nichts für hoch im Blut stehende, nervöse und magenempfindliche Tiere.

Chili & Yucca & Ingwer: Alle diese 3 Pflanzen wirken aufgrund ihrer Scharfstoffe entzündungshemmend und schmerzlindernd bei Spat, haben aber ebenso wie Teufelskralle, Weide und Weihrauch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit. Alle diese Pflanzen sollten also nur vorübergehend zum Einsatz kommen, um die Entzündungen bei Spat phasenweise etwas zu dämmen. Da sie aber alle erhebliche Nebenwirkungen auf den Magendarmtrakt (auch und besonders Chilli, Yucca und Ingwer) haben und viele von ihnen sogar auch auf das Verhalten der Pferde (nach der TCM und aus eigener Erfahrung machen Scharfstoffe heißblütige Pferde noch unberechenbarer), sind diese Pflanzen nicht

Birke, Löwenzahn, Goldrute & Co.

Stoffwechselfördernde, ausleitende und entgiftende Pflanzen wie Birke, Brennnessel, Löwenzahn etc. haben sich der Erfahrung nach bei Spat-Pferden absolut bewehrt. Denn wichtig ist bei Spat ein gesunder und gut funktionierender Stoffwechsel. Viele Pferde, die Spat haben, scheinen allerdings auch einen schlechten Stoffwechsel zu haben. Ob dies auch eine der Ursachen für Spat sein kann, lassen wir hier einmal offen, jedenfalls ist eine Entgiftungskur zweimal im Jahr für ein Spat-Pferd eine sehr erleichternde Sache.

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Fütterung bei Spat

Zu einem gut funktionierenden Stoffwechsel und damit einer guten Ausgangsposition für Ihr Spat-Pferd gehört auch ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt. Denn ein übersäuerter Organismus lagert wieder mehr Giftstoffe im Gewebe ab als ein basischer. Und einem belasteten Gewebe geht es noch schlechter – kurz: der Spat verschlechtert sich. Übersäuert wird der Organismus des Pferdes durch leicht verdauliche Kohlenhydrate (Kraftfutter, Müsli, Leckerli, süßes Obst, Mais, Melasse etc.) und durch Silage bzw. Heulage. Spat-Pferde sollten am besten nur mit Heu gefüttert werden. Wenn die Energie nicht ausreicht lieber Öl dazugeben.

Öle bei Spat

Die Fütterung von Ölen ist bei Spat besonders sinnvoll – jedenfalls wenn es die richtigen Öle sind. Denn die richtigen Öle enthalten Omega-3-Fettsäuren, welche die Entzündungen senken, die Gelenkversteifung  mindern und damit auch die Schmerzen reduzieren kann. Dies ist möglich, da die Omega-3-Fettsäuren die Arachidonsäuren reduzieren, welche Entzündungen hervorrufen. Omega-3-Fettsäuren sind besonders in Sanddornkernöl, Hanföl, Schwarznesselöl. Weizenkeimenöl, Leinöl und Walnussöl enthalten (u.a.). Wählen Sie allerdings das „falsche Öl“, wie zum Beispiel Sonnenblumen- oder Distelöl, können Sie genau das Gegenteil von dem Erreichen, was Sie wollen: die Entzündungsprozesse werden auch noch angeheizt.

Die richtige Bewegung bei Spat

Schon der Volksmund sagt „Wer rastet der rostet“ und hatte dabei sicherlich sämtliche Arthrosen im Blick zu denen auch der Spat gehört. Denn tatsächlich wird ein Arthrose-Gelenk, das nicht viel bewegt wird, steif. Daraus können wir für unser Spat-Pferd ableiten: viel Bewegung ist besonders wichtig. ABER: Auch das „Wie“ der Bewegung ist wichtig. Ein Spat-Pferd sollte nur die Bewegungen ausführen müssen, die das Gelenk nicht zu stark belasten. Das heißt: keine engen Wendungen, Vorsicht mit Steigungen, kein dressurmäßiges Lastaufnehmen auf die Hinterhand, also auch keine abrupten und häufigen Gangartwechsel, keine anspruchsvollen Lektionen, kein Springen und nur die Geschwindigkeit, die das Pferd von sich aus gerne anbietet. Wenn das Spat-Pferd also keine starken Verspannungen im Rücken hat, spricht nichts gegen Reiten: allerdings nicht in der Bahn, auf dem Platz, in der Halle, sondern ganz viel im ruhigen Tempo geradeaus. Der Untergrund sollte eben, nicht zu tief, aber auch nicht steinhart sein. Am besten sind feste Sandwege, Waldwege, ebene Wiesen usw.

Die richtige Haltung bei Spat

Ideal wäre für ein Spat-Pferd die Haltung in einem weitläufigen Bewegungsstall mit individualisierter Fütterung, Rückzugsmöglichkeiten und größtenteils ebenem Sandboden. Auf dem 2. Platz für die Haltung des Spat-Pferdes kommt der Offenstall. Er ist nicht ganz so ideal, weil mit ihm meist eine große Menge Gras verbunden ist, welches den Stoffwechsel des Spat-Pferdes belastet und zu Übergewicht führen kann, was meist die Gelenke mehr belastet. Bei dieser Variante müsste man für eine Grasreduktion (Fläche verkleinern, Maulkorb), für regelmäßige Entgiftungskuren und die Zufütterung von Heu sorgen. Außerdem muss gewährleistet sein, dass es innerhalb der Herde keinen Stress und genügend Rückzugsmöglichkeiten gibt, damit das Pferd nicht zur Bewegung gezwungen wird. Außerdem ist die Offenstallhaltung wirklich nur etwas für robuste Pferde. Allgemein empfindliche, nervöse und schnell gestresste Pferde erholen sich nach allgemeiner Erfahrung nicht so gut im Offenstall. Die 3. Möglichkeit bei Spat wäre eine Boxenhaltung (in einer großen Box, am besten eine Paddock-Box), kombiniert mit mindestens 6 Stunden Paddock oder Weide plus Training und Krankengymnastik durch den Menschen (mindestens 1 Stunde).

Die Möglichkeit reiner Boxenhaltung mit Bewegung lediglich durch den Menschen ist im Prinzip keine Möglichkeit bei einem an Spat erkrankten Pferd. Bitte ändern Sie die Haltung, wenn Ihr Pferd an Spat erkrankt ist und sich in reiner Boxenhaltung befindet. Das ist schädlich!

Schmerzmittel bei Spat: Ja oder Nein

Bei der Frage, ob man bei Spat mit Schmerzmitteln arbeiten sollte, scheiden sich die Geister. Da gibt es die Puristen und Naturalisten, die sagen: Wenn man ein Spat-Pferd mit Schmerzmitteln vollpumpt, wird es nicht mehr auf sein erkranktes Gelenk achten, es darum stärker belasten als gut ist und damit die Krankheit verstärken anstatt zu lindern. Die Humanisten meinen, dass ein Pferd keinen Tag Schmerzen ertragen müssen soll und sind für eine Dauermedikation bei Spat. Und die Pragmatiker sind ebenfalls für eine Dauermedikation, nur aus anderen Gründen: hier geht es um die Nutzbarkeit des Pferdes als Sportgerät.

Entscheidung für oder gegen Schmerzmittel

Letztendlich muss jeder Pferdehalter das selbst entscheiden und niemand darf ihm hinein reden. Dennoch, liegt die Wahrheit wahrscheinlich wie immer in der Mitte:
Denn die Puristen haben grundsätzlich Recht: Schmerz ist ein Warnsignal des Körpers, das dazu da ist, diesen zu schonen, wenn er krank oder verletzt ist. Das ist grundsätzlich eine wichtige und gute Sache. Aber auch die Humanisten haben nicht Unrecht: Wir haben Verantwortung für unsere Pferde, also müssen wir auch für Ihr Wohlergehen sorgen und Dauerschmerz ist nicht vertretbar. Der Mittelweg wäre, das Pferd in akuten und besonders schmerzhaften Phasen (die Spat-Symptome kommen und gehen meist in Intervallen) mit Schmerzmitteln zu unterstützen. An sich sollten aber lieber pflanzliche Schmerzmittel benutzt werden. Dann ist es aber umso wichtiger, dass der Mensch darauf achtet und Vorkehrungen dafür trifft, dass das Pferd seine Sprunggelenke nicht überlastet! Nach Abschluss dieser Schmerzphase sollten die Schmerzmittel unbedingt abgesetzt werden und der Körper mit sanften und natürlichen Mitteln unterstützt werden. Dabei ist wichtig, dass die Schmerzmittel (gerade wenn es sich um synthetische wie Equipalazone, Rheumocam etc. handelt) aber immer wieder komplett aus dem Körper geleitet werden. Dies geht besonders gut mit Kräutern.

Quellen / verwendete Literatur

  • Dauborn, Sylvia (2009): Lehrbuch für Tierheilpraktiker. 3. Auflage. Stuttgart: Sonntag Verlag.
  • Dietz, Olof (Hrsg.) und Huskamp, Bernhard (Hrsg.) (2006): Handbuch Pferdepraxis. 3., erweiterte und aktualisierte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag.
  • Bühring, Ursel (2011): Praxislehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. 3. Auflage. Stuttgart: Haug Verlag.
  • Fintelmann, Volker und Weiss, Rudolf (2009): Lehrbuch Phytotherapie. 12. Auflage. Stuttgart: Hippokrates.
  • Reichling, Jürgen und Frater-Schröder, Marijke und Saller, Reinhard und Fitzi-Rathgen, Julika und Gachnian-Mirtscheva, Rosa (2016): Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis. 3., erweiterte und aktualisierte Auflage. Berlin/Heidelberg: Springer Verlag.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit und repräsentiert nur die der Autoren zum Zeitpunkt des Verfassens bekannten Methoden, Vermutungen und Fakten, und entbindet den Tierhalter weder von seiner Verantwortung seinem Tier gegenüber noch von seiner Pflicht, bei einem Veterinärmediziner vorstellig zu werden und sich eine Fachmeinung einzuholen. Wir übernehmen keinerlei Haftung.

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