Koliken beim Pferd: was ist das?

Was Koliken bei Pferden sind, lässt sich nicht gleich auf einen Punkt reduzieren: Kolik ist ein Sammelbegriff für Krankheiten oder Unwohlsein (meist) im Magen-Darm-Trakt.  Es gibt milde oder heftige, auch chronische Ausprägungen und eine Kolik kann schnell lebensbedrohlich werden.

Kolik wurde von dem Wort „Kolon“ abgeleitet, was den Dickdarm bezeichnet. Dort vermutete man im Altertum den Sitz der Krankheit. Dann wurde der Begriff ausgedehnt, sodass er alle Zustände umfasste, in denen die Pferde durch ihr Verhalten zeigen, dass sie Schmerzen haben oder Unbehagen empfinden. Zu den typischen Verhaltensweisen zählen beispielsweise starkes Schwitzen, auf dem Boden wälzen, wie erstarrt stehen oder auch im Gegenteil unruhig werden. Auslöser sind unterschiedliche Krankheiten, die im Magen- und Darmbereich liegen können, aber es kann sich auch ebenso um Erkrankungen von Leber, Galle, Harn oder Geschlechtsorganen handeln.

Eingrenzen was Koliken sind

Was Koliken sind, ist nicht so einfach zu fassen, da eine Kolik eher ein Sammelbegriff ist für verschiedene Krankheiten des Magen-Darm-Trakts bzw. einfach „Bauchschmerzen“ meint. Es gibt milde oder heftige, auch chronische Ausprägungen und eine Kolik kann schnell lebensbedrohlich werden.

Was genau ist eine Kolik nun?

Das Wort „Kolik“ wird von dem Wort „Kolon“ abgeleitet, was den Dickdarm bezeichnet. Dort vermutete man im Altertum den Sitz der Krankheit. Dann wurde der Begriff ausgedehnt, sodass er alle Zustände umfasste, in denen die Pferde durch ihr Verhalten zeigen, dass sie Schmerzen haben oder Unbehagen empfinden. Zu den typischen Verhaltensweisen zählen beispielsweise starkes Schwitzen, auf dem Boden wälzen, wie erstarrt stehen oder auch im Gegenteil unruhig werden. Auslöser sind unterschiedliche Krankheiten, die im Magen- und Darmbereich liegen können, aber es kann sich auch ebenso um Erkrankungen von Leber, Galle, Harn oder Geschlechtsorganen handeln.

Was Koliken genau sind

Die Bauchschmerzen beim Pferd oder Pony können verschiedene Ursachen haben und sich auch unterschiedlich ausdrücken. Blähungen im Darm, Krämpfe, Verstopfung bis hin zu Darmverschlingungen und Darmverschluss sind die häufigsten Probleme. Das vegetative Nervensystem steuert die Magen-Darm-Tätigkeit, daher kann sich beispielsweise Stress auch auf das Wohlbefinden auswirken. Auch ein allzu träger Darm durch mangelnde Bewegung kann eine Kolik begünstigen. Vor allem aber tragen alle nicht-artgerechten Futtermittel dazu bei, dass Störungen im Magen-Darm-Bereich auftreten.

Kolik-Arten

Spastische Kolik / Krampfkolik

Mit etwa 40 Prozent gehört diese Form der Kolik zur häufigsten bei Pferden. Sie kann auch als Darmkrampf oder Krampfkolik umschrieben werden. Die spastische Kolik beginnt plötzlich und heftig. Einzelne Kolikattacken sind zu beobachten, die etwa fünf bis zehn Minuten andauern. Dazwischen ist das Pferd meist schmerzfrei. Durch einen metallischen Klang lässt sich diese Erkrankung auch an den Geräuschen im Bauch erkennen. Zudem ist der Kot eher weich bis dünnbreiig und in kleinen Portionen vorzufinden. Ohne Komplikationen verschwinden die Attacken nach vier bis sechs Stunden. Für die spastische Kolik sind vor allem Wetterwechsel, Haltungsfehler, Überanstrengung, Unterkühlung und plötzliche Futterumstellung – beispielsweise von Stall auf Weide – auslösende Faktoren. Um Komplikationen, wie Darmverschlingungen auszuschließen, ist eine gezielte Behandlung wichtig.

Gas- und Windkolik

Zu viele Gase führen zu Aufblähungen von Magen, Dünn- und Dickdarm und somit zu einer Überdehnung. Bei starker Gasentwicklung kann es auch zu einem Riss in der Darmwand kommen. Eine Spätfolge könnte die Lähmung des Darms sein. Zu den Gaskoliken führen vor allem gärfähige Futtermittel, Obst und welkes Grünfutter.

Sind die Blähungen nur gering und beschränken sich auf den Dickdarm, sind die Darmgeräusche zwar lebhaft, aber die Kolikerscheinungen nur gering. Wenn Dünn- und Dickdarm betroffen sind, kommt es zu starken Kolikerscheinungen: Die Pulsfrequenz steigt, die Atmung wird flach und es kann zur Atemnot kommen. Breitet sich der Druck im Bauchraum aus und drückt auf die Blutgefäße, kann ein Schock die Folge sein. Dieser führt im Extremfall dazu, dass das Pferd erstickt. Wichtig in der Behandlung sind laut Olof Dietz und Bernhard Huskamp die Entleerung des Magens und eine Entfernung der Darmgase durch den Tierarzt.

Verstopfungskolik

An engen Stellen im Darm sammeln sich Sand und eingetrocknete Darminhalte an. Im Dünndarm führe dies laut Dietz/Huskamp fast immer zu einem Darmverschluss. Im Dickdarm nur ausnahmsweise. Bewegungsmangel, Überanstrengung, aber auch Zahnfehler, die zu einer schlechten Zerkleinerung des Futters führen, sind mögliche Ursachen. Im Sommer sollte auf eine ausreichende Wasserzufuhr geachtet werden, da durch das Schwitzen der Wasserhaushalt aus den Fugen geraten kann und somit der Kot fester werden kann. Überständiges Heu und verdorbene Maissilage, aber auch verholztes Getreide- oder Leguminosenstreu sind weitere Risikofaktoren.

Symptome der Koliken

Die Kolik-Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Art und Schwere der Erkrankung. Ebenso reagiert auch jeder Pferdekörper individuell. Typische Kolik Symptome können sein:

Kolik Symptome in der Übersicht

  • Schwitzen
  • Scharren
  • zum Bauch schauen
  • unter den Bauch treten
  • häufiges und heftiges Wälzen
  • wiederholtes Hinlegen und Aufstehen
  • Futterverweigerung
  • Hundeartiges Sitzen oder auf dem Rücken liegen
  • schnelle Atmung und geblähte Nüstern
  • Erhöhter Puls
  • Eine Standposition, wie beim Wasserlassen
  • gerötete Schleimhäute
  • keine Lust auf Bewegung
  • Flehmen

Kolik-Symptome ausführlich: Die Kolik erkennen

Zu wissen, was Koliken sind und welche Symptome die verschiedenen Kolik-Arten haben, ist für Pferdefreunde eine wichtige Information: Mögliche Kolik-Symptome können Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Fressunlust oder Futterverweigerung und Hinlegen am Tag sein. Aber nicht jede Kolik beginnt mit eher schwachen Symptomen. Auch starke Schmerzen können bereits zu Beginn gezeigt werden. So sind beispielsweise bei Darmeinklemmungen oder Drehungen bereits am Anfang starke Symptome zu erkennen, wie heftiges Schwitzen und sich ungeachtet der Umgebung auf den Boden werfen. Puls und Atmung werden schneller. Das Pferd nimmt Positionen ein, die untypisch sind und den Schmerzen entgegenwirken sollen. Eine Kolik erkennen können Sie demnach zum Beispiel, wenn sich das Pferd wie ein Hund auf die Hinterbeine setzt, auf dem Rücken liegen bleibt oder diesen stark durchdrückt.

Vorsicht ist geboten, wenn sich die Symptome abschwächen. Dies ist kein Zeichen einer Genesung sondern vielmehr eine Phase im Krankheitsverlauf. „In diesem Stadium ist höchste Eile geboten und der sofortige Transport in eine Pferdeklinik notwendig“, rät die Gesellschaft für Pferdemedizin.

Auch bei wässrigem Kot ist schnelle Hilfe erforderlich. Denn das so ausgeschiedene Wasser führt beim Pferd zu Flüssigkeitsverlusten, die lebensbedrohlich sind. Es ist immer ratsam einen Tierarzt hinzuzuziehen, denn die Stärke der Symptome weist nicht immer auf die Schwere der Erkrankung hin und auch bei leichten Verläufen können Komplikationen auftreten.

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Diagnose „Kolik“ stellen

Ein Tierarzt wird sowohl nach den Beschwerden und Umständen fragen, als auch direkte Untersuchungen vornehmen, um Ursache und Schweregrad der Kolik zu bestimmen. An Informationen benötigt er neben der medizinischen Vorgeschichte und früheren Kolikerkrankungen auch Hinweise zum Zeitpunkt der letzten Fütterung, der Zusammensetzung des Futters und den bisher beobachteten Symptomen.

Die Untersuchung des Pferdes umfasst die Kontrolle des Pulses und der Atemfrequenz, eine rektale Untersuchung und gegebenenfalls Blutuntersuchung und Bauchhöhlenpunktion. Bei der rektalen Untersuchung kann sich der Arzt ein genaues Bild über die Lage und den Zustand des Darms machen. Drehungen, Aufblähungen und Einstülpungen lassen sich so erkennen. Über eine Nasenschlundsonde kann der Magen, sein Inhalt und Fülle überprüft werden.

Bei immer wieder auftretenden Koliken sollte auch eine Kotprobe genommen und auf pH-Wert, Bakterien und Pilze untersucht werden, da eine in Schieflache geratene Darmflora Ursache für immer wiederkehrende Koliken sein kann. Neben der Kotprobe können auch folgende Dinge ein Hinweis auf eine entgleiste Darmflora geben:

  • sauerer Mundgeruch (kann auch auf Zahnprobleme etc hindeuten)
  • Kot riecht sauer oder faulig
  • Kot ist mit Schleim überzogen
  • häufige Blähungen
  • Kotfarbe ist anormal
  • Stoffwechselprobleme / Müdigkeit
  • oft Kotwasser &/oder Durchfall

Auch Magengeschwüre bzw. Magenschleimhautentzündungen können Koliken auslösen. Diese werden am sichersten mit einer Magenspiegelung diagnostiziert. Da diese Untersuchung aber für den Pferdekörper sehr anstrengend ist, können auch diese Hinweise helfen, den Magen als Ursache mit in Betracht zu ziehen:

  • häufiges Gähnen
  • Leerkauen
  • Metallecken (besonders nach dem Kraftfutter)
  • Appetitlosigkeit
  • Aufstoßen (besonders nach dem Kraftfutter oder fettem Gras)
  • sauerer Geruch aus dem Maul (s.o.)

Quellen / verwendete Literatur

  • Blobel, Karl (2010):Telefoninterview mit Dr. Karl Blobel, Tierarzt in Ahrensburg, am 18. Mai 2011
  • Bührer-Lucke, Gisa (2010): Expedition Pferdekörper. Stuttgart: Kosmos Verlag.
  • Rasch, Konstanze (2010) : Diagnose Hufrehe. Stuttgart: Müller Rüschlikon
  • Schmidt, Romo und Häusler-Naumburger, Ulrike und Dübbert, Thomas (2002): Hufrehe. Vermeidung – Früherkennung – Heilung. Cham: Müller Rüschlikon Verlag
  • The Laminitis Trust: http://www.laminitis.org/
  • Eigene Erfahrungen, Erfahrungen anderer Pferdehalter

Haftungsausschluss

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit und repräsentiert nur die der Autoren zum Zeitpunkt des Verfassens bekannten Methoden, Vermutungen und Fakten, und entbindet den Tierhalter weder von seiner Verantwortung seinem Tier gegenüber noch von seiner Pflicht, bei einem Veterinärmediziner vorstellig zu werden und sich eine Fachmeinung einzuholen. Wir übernehmen keinerlei Haftung.

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